ICT setzt bei Deutschlands erstklassiger akademischer Virtual-Production-Stage auf AV Stumpfl, Brompton Technology und INFiLED

Durch ein fortschrittliches Technologie-Ökosystem entsteht ein neuer Maßstab für praxisorientierte Arbeitsabläufe in den Bereichen Film, Rundfunk und Simulation.

Deutschland, 27. Mai 2026: Als die Hochschule Hamm-Lippstadt den Entschluss fasste, ein ehemaliges Lagerhaus in eine virtuelle Produktionsstätte von Weltklasse zu transformieren, wandte sie sich an den auf diesem Gebiet spezialisierten AV-Integrator ICT AG und setzte auf eine mit Bedacht ausgewählte Technologieplattform. Das Ergebnis ist eines der technisch fortschrittlichsten akademischen VFX-Labore Europas. Es basiert auf INFiLED-LED-Wänden, die mit Brompton-Prozessoren und der PIXERA-Plattform von AV Stumpfl betrieben werden.

Die 2009 gegründete Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) mit Sitz in Nordrhein-Westfalen, rund 75 km östlich von Dortmund, wurde ins Leben gerufen, um dem Fachkräftemangel in Ingenieur- und angewandten Wissenschaften entgegenzuwirken. Mit Standorten in Hamm und Lippstadt setzt sie stark auf praxisnahe Ausbildung, die Studierende optimal auf die Anforderungen der Industrie vorbereitet.

Im August 2023 startete die HSHL ein ambitioniertes Projekt: Eine bestehende Lagerhalle sollte in ein voll ausgestattetes Visual Effects Laboratory (VFX Lab) umgewandelt werden. Dieses sollte gleichzeitig als Virtual Production Stage, Forschungsplattform, Lehrumgebung und Medienproduktionsstätte dienen. Ziel war es, Studierenden praxisnahe Erfahrungen mit den Tools und Workflows der Film-, Broadcast-, Simulations- und Visualisierungsbranche zu ermöglichen. Die Systemarchitektur musste dabei flexibel, nachhaltig und zukunftssicher sein.

Zur Umsetzung dieses komplexen Projekts holte die HSHL die ICT AG als erfahrenen Integrator an Bord. Vor der Installation der Technik waren umfangreiche bauliche Maßnahmen erforderlich, darunter der Abriss mehrerer Innenwände. Die ICT AG erweiterte zudem den ursprünglichen Projektumfang, um das Potenzial der Fläche optimal auszuschöpfen. Das im Juli 2025 fertiggestellte VFX Lab ist das Ergebnis einer 23-monatigen Zusammenarbeit und vereint Technologien von AV Stumpfl, Brompton Technology, INFiLED, Vicon, Panther und KinoFlo.

Das VFX Lab besteht aus drei LED-basierten Bereichen, einem Kontrollraum, einer Motion-Capture-Area, einer 360-Grad-Audioumgebung sowie kompletter Kamera- und Produktionstechnik. Alle Komponenten sind über eine speziell entwickelte Hybrid-Netzwerkarchitektur synchronisiert, die 40 km Glasfaserkabel sowie Genlock-, Timecode- und Dante-Audio-Integration umfasst und eine bildgenaue Synchronisierung ermöglicht.

Das Herzstück ist eine 19 m x 4 m große gebogene INFiLED-LED-Wand mit Panels der DB- und Xmk2-Serie. Mit einem Pixelabstand von 1,56 mm und einer Bildwiederholrate von bis zu 7.680 Hz liefert sie hochauflösende Bilder mit großem Farbraum und hoher Bildrate – ideal für professionelle Filmproduktionen, In-Camera-VFX, Echtzeit-Rendering und immersive Simulationen.

„Virtual Production verändert die kreativen Möglichkeiten der Content-Erstellung grundlegend“, erklärt Anna Ferrer, Marketing Director EMEA & USA bei INFiLED. „Hochauflösende Bilder, präzise Farbwiedergabe und sehr hohe Bildraten sind entscheidend für professionelle Workflows und ermöglichen Studierenden praxisnahe Erfahrungen mit modernsten Standards.“

Für die präzise Farbwiedergabe wurde Brompton Dynamic Calibration eingesetzt. „Dabei wird die Leistung jedes einzelnen Pixels analysiert und entsprechend kalibriert“, erklärt Oliver Dier, Technical Solutions Manager EMEA bei Brompton. „So lassen sich unterschiedliche LED-Panels kombinieren und dennoch ein einheitliches Bild erzeugen.“

Die Steuerung erfolgt über zehn Brompton Tessera SX40-Prozessoren sowie 19 XD-Datenverteilungseinheiten. Dank der ShutterSync®-Technologie können Kamera und LED perfekt synchronisiert werden – ohne Artefakte oder Farbabweichungen.

Zusätzlich sorgt ein KinoFlo-Deckenbeleuchtungssystem mit RGBWW-Technologie für gleichmäßige, broadcasttaugliche Ausleuchtung und präzise Farbsteuerung.
Ergänzt wird das Setup durch eine 3 m x 3 m große mobile LED-Wand, die von ICT AG entwickelt wurde. Diese motorisierte Konstruktion kann Lasten bis zu zwei Tonnen bewegen, große Objekte wie Fahrzeuge ausleuchten und flexibel positioniert oder geneigt werden.

Ein zentrales Element ist die Herausforderung, verschiedene LED- und Processing-Technologien synchron zu betreiben. Dies wurde durch eine maßgeschneiderte Netzwerkarchitektur gelöst.

Die zentrale Steuerung des gesamten Systems übernimmt die PIXERA-Software von AV Stumpfl. Sie ermöglicht die synchronisierte Wiedergabe sämtlicher Inhalte und ist eng mit Unreal Engine 5 integriert. Der Kontrollraum vereint Medienserver und leistungsstarke Rendering-Systeme in einer zentralen Benutzeroberfläche.
PIXERA wurde entwickelt, um selbst höchste Anforderungen zu erfüllen – heute und in Zukunft“, sagt Rainer Brandstatter, Head of Marketing bei AV Stumpfl.

Das Labor verfügt außerdem über ein Motion-Tracking-System von Vicon mit 22 Kameras, das Bewegungen in Echtzeit erfasst und in Unreal Engine überträgt. Kamerasysteme von ARRI und Sony sowie ein 360-Grad-Audiosystem mit Dolby Atmos runden die Ausstattung ab.

Auch Nachhaltigkeit spielte eine zentrale Rolle: Das Labor ist mit der Photovoltaikanlage der Hochschule verbunden und nutzt energieeffiziente ColdLED-Technologie, die die Wärmeentwicklung deutlich reduziert.

Professor Stefan Albertz fasst zusammen: „Das VFX Lab ist ein hochmodernes System in allen Bereichen. Es ermöglicht uns, Studierenden eine praxisnahe Ausbildung auf höchstem Niveau zu bieten.“

Auch nach der Installation unterstützt ICT AG den Betrieb mit Monitoring, Wartung und technischem Support.